Heaven and Hell
Ich inszeniere Himmel und Hölle nicht als voneinander getrennte Orte, sondern als zwei Zustände innerhalb eines menschlichen Erfahrungsraums. Das zweiteilige Werk bewegt sich zwischen Schöpfung und Zerstörung, Ordnung und Chaos, Hoffnung und Abgrund.
Die Grundlage bildet die Schöpfungsgeschichte aus dem ersten Buch Mose – Genesis, die sich handschriftlich durch die Bildflächen zieht. Der biblische Text wird dabei aus seinem ursprünglichen sakralen Kontext gelöst und in eine hochverdichtete, gegenwärtige Bildsprache überführt. Schrift wird zur Spur, zur Erinnerung, zum Gedankenfragment – und zugleich zu einem Teil des malerischen Geschehens.
Zwischen leuchtenden Farbfeldern, schwarzen Zeichen, Überlagerungen und gestischen Eingriffen erscheinen Symbole des Himmels ebenso wie Chiffren der Hölle. Das Paradies steht neben der Bedrohung, Schöpfung neben Zerstörung. Nichts bleibt eindeutig: Das Helle kann kippen, das Dunkle kann aufbrechen.
Zentral steht der Satz:
„Every woman create her own god for herself, her own heaven and her own hell.
Every man create his own god for himself, his own heaven and his own hell."
Damit verschiebt sich die Perspektive vom religiösen Versprechen hin zur individuellen Verantwortung. Himmel und Hölle werden zu inneren und zugleich gesellschaftlichen Konstruktionen. Sie entstehen durch Entscheidungen, Erfahrungen, Sehnsüchte, Ängste und die Art, wie wir unsere Wirklichkeit gestalten.
Die beiden Leinwände sind dabei keine Illustration von Himmel und Hölle, sondern ein Spannungsfeld.
Ich verbindet expressive Abstraktion, Schrift, Symbol und Überlagerung zu einem Bildraum, in dem sich Gegensätze nicht auflösen. HEAVEN AND HELL fragt nicht, wo Himmel und Hölle liegen – sondern wer sie erschafft.