Götterdämmerung 60x90cm

Der Titel Götterdämmerung nimmt bewusst Bezug auf Richard Wagners gleichnamiges Musikdrama – den letzten Teil des Ring des Nibelungen. In Wagners Werk markiert die Götterdämmerung den unausweichlichen Zusammenbruch einer vermeintlich ewigen Ordnung: Macht, Hybris und göttlicher Anspruch gehen im Feuer unter, um Platz für eine neue, noch ungewisse Welt zu schaffen.

Diese Idee des Endes als notwendige Transformation bildet den emotionalen Kern des Zweiersets. In der Rakeltechnik wird Farbe nicht beherrscht, sondern freigegeben. Schwarz und Weiß prallen aufeinander, verschieben sich, reißen auf – vergleichbar mit Wagners musikalischer Dramaturgie, in der Spannung, Verdichtung und Auflösung untrennbar miteinander verwoben sind. Die Bildflächen wirken wie visuelle Partituren eines inneren Dramas.

Gold tritt als bedeutungsgeladenes Fragment auf. In direkter Anlehnung an den Ring-Mythos steht es für Macht, Verführung und göttlichen Anspruch – aber auch für das, was im Untergang seinen Glanz verliert. Wie bei Wagner ist das Gold nicht Erlösung, sondern Auslöser des Falls. Es bleibt als Spur, als Echo, als Erinnerung an eine Ordnung, die sich selbst überlebt hat.

Als Zweierset entfaltet Götterdämmerung eine dialogische Struktur: zwei Bildkörper, die wie zwei Akte eines Dramas gelesen werden können – Konfrontation und Nachhall. Nicht der heroische Untergang steht im Mittelpunkt, sondern der Moment danach: Stille, Asche, Erkenntnis.

So übersetzt das Werk Wagners musikalische Katastrophe in eine zeitgenössische, abstrakte Bildsprache. Götterdämmerung wird zum Sinnbild innerer und gesellschaftlicher Umbrüche – dort, wo alte Götter fallen und das Menschliche sichtbar wird.

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